Ratgeber Sonnenschirme: Formen, Materialien und mehr

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und Hitze. Was für den einen eine wunderbare Kombination ergibt, ist für den anderen zu hell, zu warm – und längst nicht immer alltagstauglich. Ein wenig Schatten kann beim Lesen, Essen oder Entspannen schon ganz schön sein.

Genau dafür sind Sonnenschirme gemacht. Sie spenden punktuellen Schatten und sind je nach Modell mobil und flexibel zum Sonnenstand hin ausgerichtet. Damit der Sonnenschirm aber auch wirklich zum eigenen Bedürfnis nach Schatten passt, sollten Sie ihn gut auswählen.

Wir haben einiges an Wissen rund um die Schattenspender zusammengestellt, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

Praktische Schattenbringer

Sonnenschirm neben Gartenbank und Gartenstuhl
Schatten genau dort, wo Sie ihn haben möchten: Das ist das Versprechen von Sonnenschirmen. (Foto: Hersteller)

Je größer der Schirm, desto mehr Schatten entsteht, wenn der Sonnenschirm richtig ausgerichtet ist. So weit, so logisch. Gleichzeitig filtern hochwertige Bespannungen schädliches UV-Licht – und schützen nicht zuletzt vor neugierigen Blicken der Nachbarn …

Einige Sonnenschirme kommen mit integrierter LED-Beleuchtung, in anderen ist eine einfache LED-Lichterkette ganz schnell ergänzt. Dann ist der Sonnenschirm sowohl tagsüber als auch in der Dämmerung praktisch: Erst schützt er vor der Sonne, danach spendet er sanfte Beleuchtung für gemütliche Abende im Garten.

Die Vorteile zusammengefasst:

  • punktueller Schatten dort, wo er gebraucht wird
  • mobile/flexible Aufstellorte
  • verschiedene Farben & Designs passend zur Gartengestaltung
  • Blend-, UV- und Sichtschutz in einem

Anders als Markisen und Sonnensegel sind Sonnenschirme bei Bedarf ganz schnell ausgetauscht oder für eine Weile aus dem Weg geräumt. Gerade in Mietwohnungen mit Terrassen oder Balkonen sind fest montierte Markisen und Sonnensegel kaum umsetzbar. Für einen Sonnenschirm ist aber fast immer Platz, ohne Bohren, ohne Haken an Wand und Geländer.

Materialien, Formen und Farben

Es gibt viele verschiedene Form-, Farb- und Materialkombinationen. Eins ist aber allen gemeinsam: Hochwertige Sonnenschirme sind sehr robust. Die ständige Sonneneinstrahlung kann trotzdem auf Dauer die Farben und Schirmmaterialien beeinträchtigen. Bleibt der Sonnenschirm bei Wind und Wetter draußen, sollten Ständer und Gestänge rostfrei bleiben.

Standfuß, Sockel und Befestigungen

Der Fuß sorgt für eine stabile Standfläche des Sonnenschirms:

  • Metallfüße werden mit Steinplatten beschwert,
  • Hohle Füße mit Wasser oder Sand befüllt,
  • Erdanker ausreichend tief in die Erde getrieben. Die erleichtern den flexiblen Einsatz des Sonnenschirms, zum Beispiel am Badesee oder auf der Liegewiese.
  • Ein Drehfuß ist praktisch, um den Schirm besonders leicht immer am Sonnenstand auszurichten.
  • Eine weitere Möglichkeit ist eine Bodenhülse, die Sie entweder eingraben oder auch in Beton gießen lassen können. Damit ist der Schirm direkt im Erdreich verankert.
  • Ein Sockel, zum Beispiel aus Granit oder Beton, sorgt ebenfalls dafür, dass der Schirm auf dem Boden bleibt.

Was ist jetzt die beste Variante? Dazu einige Gedanken:

  • Bleibt ihr Schirm an einem Platz, sind Beton- oder Granitsockel ideal geeignet.
  • Ein Granitsockel mit Rollen und Handgriff bietet sich an, wenn Sie Ihren Sonnenschirm ab und zu von einem Ort zum anderen bewegen möchten. 
  • Eine Bodenhülse wiederum ist empfehlenswert, wenn Sie Ihren Sonnenschirm nicht bewegen müssen und ihn direkt im Boden verankern möchten. Ein passendes Übergangsrohr sorgt für die ideale Höhe Ihres Gartenschirmes. 
  • Möchten Sie den Sonnenschirm an verschiedenen Orten verwenden oder einfach mal schnell umsetzen können, kommt eine der anderen Varianten in Frage.

Bei alldem sollten Sie immer auf die Angaben der Hersteller zu maximalen Windgeschwindigkeiten achten und den Schirm lieber zu früh als zu spät schließen. Bedenken Sie dabei, dass diese Angaben unter idealisierten Laborbedingungen zustandekommen. In der Natur kann eine besonders starke Windböe Ihren Schirm beschädigen.

Ampelschirme lassen viel Freiraum unter dem Schirmdach. (Foto: Hersteller)

Mast, Schirmstamm

Der Mast (auch Schirmstamm genannt) besteht in aller Regel aus

  • wetterfest imprägniertem Holz,
  • Edelstahl oder Alu,
  • robusten Kunststoffen.

Je nach Modell und Hersteller sind zusätzliche Seilzug- oder Federmechanismen, Kurbeln oder auch elektrische Ein- und Ausfahrhilfen integriert.

Kaufentscheidend ist hier die Frage: Wie robust sollte der Sonnenschirm sein, gibt es Möglichkeiten den Schirm in der kalten Jahreszeit einzulagern – und wie naturnah soll das Material sein?

Metallgestänge können meist im Winter draußen ausharren, Holz- und Kunststoffmasten verzeihen solche Temperaturschwankungen und die damit einhergehende Feuchtigkeit hingegen nur bedingt.

Generell gilt: Können Sie Ihren Schirm außerhalb der Saison geschützt im Innenenbereich aufbewahren, ist das in jedem Fall die beste Idee.

Schirmdach und Bespannung

Die Membrane oder Schirmbespannung wird in Stoffklassen eingeteilt. Hier erklärt es Michael Korb im Video:

Hochwertige Stoffe sind fadengefärbt, günstigere Modelle werden dagegen bedruckt. Die Stoffqualität und die verwendete Art des Farbauftrags haben Einfluss darauf, wie schnell oder langsam ein Sonnenschirm in der Sonne ausbleicht. Stichwort: Lichtechtheit.

Eine leichte Veränderung tritt meist nach drei bis fünf Jahren ein – immerhin scheint die Sonne ungehindert auf die Oberseite des Schirms, das Material ist so starken Belastungen ausgesetzt.

Dazu kommt je nach Modell eine zusätzliche Beschichtung gegen Feuchtigkeit – manche Sonnenschirme sind ausdrücklich auch für den einen oder anderen Regenschauer ausgelegt. 

Kaufentscheidend ist bei der Schirmbespannung oft diese Frage: Wie lange soll der Sonnenschirm denn halten? Hochwertige Bespannungen sind teurer, behalten aber über viele Jahre hinweg ihre Funktion bei.

Wählen Sie eine preisgünstige Bespannung, sollten Sie sich übrigens eher für eine helle Farbe entscheiden, weil dann die ausgeblichenen Stellen weniger auffallen.

Schirmformen

Heller, rechteckiger Sonnenschirm über einer Garten-Sitzgruppe
Rechteckige Sonnenschirme bieten besonders viel Schatten. (Foto: Hersteller=

Der typische Sonnenschirm ist rund. Einige moderne Modelle setzen auf platzsparende viereckige und andere rechteckigen Schirmformen. Besonders für schmale Terrassen und Balkone lässt sich so die optimale Schattengröße herausholen.

Kelchförmige Sonnenschirme sind vor allem auf Events und in der Gastronomie kleine Highlights – die Form ist ungewöhnlich, verspricht dabei vollen Schattengenuss.

Kaufentscheidend ist bei der Schirmform aber diese Frage: Welche Fläche sollte möglichst gut beschattet werden? Gibt es Engstellen oder bauliche Einschränkungen (Balkone, vorhandene Sichtschutzanlagen), die beachtet werden müssen?

Runde Sonnenschirme sind auf Terrassen oder großen Balkonen ideale Schattenspender, verschenken auf schmaleren Balkonen aber unnötig Platz: Dann sind die Ränder in Sonnenlicht getaucht und ein Teil des Schirms ragt über das Balkongeländer.

Viereckige Schirme sind deshalb die bessere Wahl, wenn es vor allem um eine möglichst effiziente Flächenbeschattung geht. Die rechteckige Form eignet sich besser für Balkone, quadratische Schirme sind ideal für weitläufigere Terrassen. Auch in der Gastronomie überspannen meist viereckige Großschirme die besten Plätze im Außenbereich.

Öffnungssysteme

Die Erfahrung beweist es: Der Schirm wird nur dann benutzt, wenn er sich leicht öffnen und schließen lässt.

Sonnenschirme mit Seilzug öffnen Sie, indem Sie an dem Zugseil ziehen und das Seil anschließend mit einem Stift im Mast fixieren. Der Kraftaufwand kann vor allem bei Schirmen mit großem Durchmesser hoch sein. Hochwertige Modelle haben einen doppelten Flaschenzug, der das deutlich erleichtert.

Schirme mit Schieber öffnen sich, wenn der Griff am Mast entlang nach oben geschoben wird. Auch hier erfolgt die Sicherung durch einen Stift, der den aufgespannten Schirm fixiert.

Mit einer Kurbel öffnen sich Schirme deutlich leichter, der Mechanismus im inneren des Masts spannt den Schirm und es wird weniger Kraft benötigt. Größere Modelle sind zusätzlich mit einem Motor ausgestattet, der auf Knopfdruck den Schirm aus- oder einfährt.

Verschiedene Sonnenschirm-Arten

Ganz grundsätzlich unterscheiden sich Sonnenschirme darin, wie sie aufgebaut sind. Die Hauptbestandteile Schirm, Mast und Fuß ähneln sich natürlich. Für unterschiedliche Einsatzzwecke kann es trotzdem wichtig sein, die Unterschiede zwischen Mittelmast- und Ampelschirm vor Augen zu haben.

Mittelmast-Schirme

Der Schirm ist mittig über dem Mast platziert, der Standfuß entsprechend in einer Linie unterhalb. Startend bei kleinen Durchmessern ab 1,5 Metern, lassen sich Mittelmast-Schirme für ganz unterschiedliche Zwecke einsetzen.

  • Klarer Vorteil: Mittelmast-Schirme sind in der Regel standstabil und robust.
  • Klarer Nachteil: Direkt unterhalb des Schirms ist nicht viel Raum – schließlich muss der Standfuß eingeplant sein. Je größer der Schirmdurchmesser, desto mehr Platz wird meist auch für den Standfuß benötigt, um den Schirm auch bei etwas Wind an seinem Platz zu halten (siehe oben).

Sie werden deshalb oftmals Gartentische finden, die ein Loch in der Mitte haben: Dann können Sie einen solchen Sonnenschirm besonders platzsparend unterbringen. Achten Sie nur darauf, dass Sie idealerweise einen Sonnenschirm mit knick- und schwenkbarem Schirmdach kaufen, damit sie ihn an verschiedene Sonnenstände anpassen können.

Marktschirme

Die meistens rund oder viereckig gehaltenen Marktschirme sind ebenfalls Mittelmast-Schirme und lassen sich in der Regel besonders leicht auf- und abbauen. Sie bringen eine schöne Spannweite ab 2 Metern Durchmesser mit. Häufig sind dort im Einsatz, wo größere Flächen zuverlässig beschattet werden sollen.

Aufgrund der Größe werden Sie hier in den meisten Fällen Spannhebel, Kurbel oder motorbetriebene Lösungen finden.

Gastroschirme

Gastroschirme sind wie Marktschirme ausgestaltet. Mit einem entscheidenden Unterschied: Sie wandern beim Schließen dank einer Teleskopmechanik nach oben. 

Der große Vorteil ist hier: Alles, was unter dem Schirm steht, kann dort stehen bleiben. Tische und Stühle müssen nicht extra beiseite geräumt werden.

Als Gastroschirme werden zudem meist Großschirme mit extra Spannweite bezeichnet.

Ampelschirme, Pendelschirme

Ampelschirme werden auch Pendelschirme genannt und verfügen über einen Ausleger, der den Sonnenschirm trägt. Mast und Standfuß befinden sich untereinander, der Schirm überspannt die danebenliegende Fläche. 

Das macht Ampelschirme perfekt, um Essplätze im Außenbereich zu beschatten. Oder die Lounge-Ecke vor der Sonne zu schützen, ohne dass der Schirm regelmäßig umgestellt werden müsste.

  • Vorteil: Der schattige Bereich wird voll ausgenutzt. Das macht sich vor allem auf schmaleren Terrassen oder Balkonen bezahlt. Die Schirmform kann rund oder viereckig ausfallen, häufig genutzt werden quadratische Formen für eine optimale Beschattung.
  • Nachteil: Ampelschirme sind deutlich anfälliger dafür, durch aufkommenden Wind ins Schwanken zu geraten. Eine Windöffnung im Schirm und eine besonders stabile Mast- und Fußkonstruktion sind Qualitätsmerkmale, auf die Sie beim Kauf achten sollten.

Balkonschirm/Halbschirm

Diese Sonnenschirme sind tendenziell etwas kleiner und verfügen meist über ein zusätzliches Gelenk im Gestänge. Auf wenig Raum und mit kleinem Schirmdurchmesser wird so trotzdem der Schatten perfekt ausgerichtet – auf Balkonen, in kleineren Gartenbereichen oder im Freibad.

Der große Vorteil: Eine spezielle Schirmform und das zusätzliche Gelenk machen den Balkonschirm flexibel und einfach einzusetzen. Im Herbst und Winter nehmen die gut eingepackten Modelle kaum Platz weg und sind blitzschnell wieder einsatzbereit.

Großschirme

Alles jenseits der 3 Meter Schirmspannweite darf sich als Großschirm bezeichnen. Gemeint sind damit aber in aller Regel Sonnenschirme mit 5 bis 10 Metern Spannweite. Sie sind normalerweise nur in gewerblicher Nutzung zu finden – und sollten möglichst vom Profi auf der Terrasse verankert werden.

Der entscheidende Vorteil der Großschirme: Es braucht nur einen, um eine komplette Terrasse abzudecken. Gleichzeitig sind sie deutlich kostspieliger und aufwendiger zu schützen, wenn sich schlechtes Wetter ankündigt.

Schlusswort

Welcher Sonnenschirm darf es nun werden für Ihren Balkon, die Terrasse oder den spontanen Ausflug zum See? Lassen Sie sich von unserer Auswahl an verschiedenen Sonnenschirmen inspirieren!